Über mich

Mein Name ist Heike und ich bin 50 Jahre alt. Ich bin gebürtige Dortmunderin und lebe immer noch dort. Nach dem Abitur begann ich eine Ausbildung als Bankkauffrau und habe diesen Beruf bis zu meiner Erkrankung ausgeführt. Ich bin geschieden, habe keine Kinder. Ich bin gerne kreativ, versuche mich am Gitarrenspiel und gehe gerne auf Konzerte , ins Kino oder bin mit Freunden unterwegs.

2010 erkrankte ich an einer parainfektiösen Querschnittsmyelitis, ausgelöst durch einen Mumps-Virus und einen weiteren Virus, der nicht identifiziert werden konnte. Nach einem mehrwöchigen Klinikaufenthalt und einer halbjährigen Reha blieb ein inkompletter Querschnitt ab TH6 zurück. Ich kann kurze Strecken und Treppen laufen, für längere Distanzen bin ich auf den Rollstuhl angewiesen. Neben den üblichen Begleiterscheinungen wie Sensibilitätsstörungen, Spastiken und motorischen Einschränkungen bekam ich ein chronisches Schmerzsyndrom. Meinen Beruf  konnte ich nicht mehr ausüben und bekomme seitdem die volle Erwerbsminderungsrente.

Vor meiner Erkrankung bin ich gerne durch die Welt gereist, besonders Kreuzfahrten haben mich begeistert – mit dem Schiff durchs Mittelmeer, den indischen Ozean, entlang der nordamerikanischen Küste, rund um Südostasien uvm. . Weitere Reiseziele waren u.a. diverse Inseln im Mittelmeer, die Nord- und Ostseeküste, Namibia, Mauritius, Azoren, Kapverden, die Kanaren, Florida, Kuba und zahlreiche Städtetouren. Nach der „Zwangspause“ musste ich erstmal testen, wie es sich mit Rollstuhl reist. Die erste Kreuzfahrt ging durch die Ostsee, mit wunderschönen Zielen wie z.B. St. Petersburg, Tallin und Stockholm. Eine tolle Reise – mit viel Kopfsteinpflaster. Von da an habe ich sehr viel Zeit in die Vorbereitungen gesteckt, Infos von ortsansässigen Veranstaltern angefordert, diverse Foren durchsucht und vor allem mehr auf versteckte Hindernisse geachtet. Die Mühe hat sich gelohnt und es folgten Touren zum Nordkap inkl. Island, nach Hawaii, rund um England/Schottland, Karibik uvm. Trotz intensiver Vorbereitung gibt es hin und wieder natürlich Einschränkungen, weil „Barrierefreiheit“ immer anders interpretiert wird. Ein paar Reiseberichte habe ich bei rollstuhl-reise-ratgeber.de veröffentlicht und deshalb weiß ich, wie wichtig die Eindrücke, Tipps und Beschreibungen von Betroffenen sind, um anderen Reisenden mit Handicap den Urlaub zu erleichtern. Auch wenn ich unter Rollifahrern mit Augenzwinkern als „Hobby-Querschnitt“ bezeichnet werde, versuche ich, alles aus der Sicht eines „Vollzeit-Rollifahrers“ zu sehen.